NASA-Raketen bald mit additiv gefertigten Einspritzdüsen?

VDMA

Weltraumbehörde will komplexe Bauteile am Stück drucken, statt sie aus vielen Einzelteilen zu montieren. Belastungstest angelaufen.

Ein Gemisch aus Wasserstoff und flüssigem Sauerstoff sorgt für die nötige Beschleunigung bei Raketenstarts. Um in künftigen Missionen schwere Fracht in die Tiefe des Alls zu liften ist extrem robuste Antriebshardware gefragt. So wirken etwa auf Einspritzdüsen Kräfte ein, als würden 200.000 hoch motorisierte Sportwagen mit vollem Drehmoment und maximaler Leistung an ihnen zerren.
Bisher werden die Düsen mit hohem Zeit- und Kostenaufwand aus Dutzenden Einzelteilen montiert. Die NASA experimentiert laut US-Medienberichten mit additiven Fertigungsverfahren, in denen solche Düsen und weitere Antriebskomponenten „gedruckt“ werden. Noch bewegen sich diese Versuche in einem frühen Forschungsstadium. Zwar ist es gelungen, eine aus zwei Bauteilen zusammengesetzte Einspritzdüse zu fertigen, die in Belastungstests um Faktor 10 besser abschnitt als additiv gefertigte Vorgänger. Doch lag das Belastungsniveau bei diesen Test noch um ein 450-faches unter den Realbedingungen bei einem Raketenstart.
Da sich die Weltraumforscher von der Technologie hohe Kosten- und Leichtbaupotentiale versprechen und bisher nicht realisierbare Bauteile in schichtenden Verfahren möglich werden, treiben sie die Forschung voran. Im Fokus stehen dabei neben Fertigungsverfahren und Werkstoffen vor allem die  systematische Klärung der Materialeigenschaften. Das Wissen über additiv gefertigte Bauteile reiche noch lange nicht, um damit den Schritt ins All zu wagen, räumen NASA-Forscher ein.
Quelle: http://fortune.com/2014/09/30/nasa-3d-printing-rocket/

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