So nutzt der Maschinenbau additive Verfahren

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Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing im VDMA richtet am heutigen Dienstag, den 24. April, ein hochkarätig besetztes Fachsymposium aus. Experten berichten von 10:00 bis 15:00 Uhr in Pavillon P36 über Vorteile additiver Fertigungsprozesse für Metalle und Kunststoffe im Maschinenbau

Digital Factory und voll vernetzte Prozesswelten der Industrie 4.0 sind die Leitthemen der HANNOVER MESSE 2018. „Damit bietet die Messe genau das richtige Umfeld, um über additive Prozessketten im Maschinenbau zu diskutieren. Denn die Verfahren im Additive Manufacturing sind im Kern digital“, erklärt Rainer Gebhardt, der verantwortliche Projektleiter der Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing (AM) im VDMA.

Ein hochkarätig besetztes Podium wird am heutigen Dienstag, 24. April, im Pavillon P36 der Technology Academy konkrete Anwendungen von additiven Prozessen im Maschinenbau und deren Potential für die Digital Factory erörtern. Beim vierten Additive Manufacturing Symposium im Rahmen der HANNOVER MESSE ist der Eintritt frei. Für internationale Besucher werden alle Beiträge simultan ins Englische übersetzt. Dem Vortragsprogramm von 10:00 bis 15:00 Uhr folgt ein Empfang mit viel Gelegenheit zum Networking. Deutsche und englische Guided Tours „Additive Manufacturing“ von 15:30 bis 16:45 Uhr schließen die Veranstaltung ab (Kostenpunkt: 13,00 EUR zzgl. MwSt.).

Ganze Prozesskette im Blick – Industrialisierung schreitet voran

Für TRUMPF Laser- und Systemtechnik wird Steffen Rübling die Gesamtprozesskette rund um das Selektive Laserschmelzen inklusive der vor- und nachgelagerten Prozessschritte erläutern. Seine Kernthese: Nur mit Blick auf diese gesamte Prozesskette lässt sich das Potential neuer additiver Anwendungen realistisch bewerten. Rübling greift den Trend auf, dass industrielle Anwender immer genauer analysieren, wann und wo sich der Einsatz additiver Verfahren lohnt. „Was manche Beobachter als Ernüchterung werten, ist tatsächlich wachsende Ernsthaftigkeit im Umgang mit der neuen Technologie“, stellt Gebhardt klar. Aus den Gesprächen mit den fast 140

Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing

Mitgliedsunternehmen der Arbeitsgemeinschaft wisse er, dass Maschinen- und Anlagenbauer AM als wichtige Ergänzung zu bisherigen Serienverfahren ansehen und integrieren. „Die Basis dieser Integration sind fundierte Kosten-Nutzenanalysen“, berichtet er. Der von Faszination getragene Anfangs-Hype gehe momentan in eine breite industrielle Anwendung über. Womit sich die Frage stellt, ob AM bereits für industrielle Serienprozesse reif ist? - Patrick Diederich, Geschäftsführer der Sauer GmbH und der Realizer GmbH unter dem Dach von DMG MORI, wird anhand aktueller Anwendungen und potentieller Einsatzgebiete der Zukunft Antworten darauf geben.

Digital, effizient und flexibel: Trends in der Metall- und Kunststoffbearbeitung

Materialeffizienz und Freiheitsgrade sprechen klar für AM. Doch gibt es noch Schwächen bei der Prozessdauer und den Baugrößen. Marcus Ortloff vom Berliner Startup Gefertec stellt ein neues Verfahren vor, dass diese Limitierungen überwinden soll: 3D Metal Print (3DMP®). Durch Einsatz von schweißgeeigneten Drähten statt Pulver bringt es auch große Bauteile zügig in Form.

Auch Weltkonzerne widmen sich der Produktivität additiver Technologien. Dr. Karsten Heuser aus dem Siemens Bereich Digital Factory geht auf die Chancen der Digitalisierung entlang der Gesamtprozesskette ein. Noch ist der digitale AM-Kernprozess oft von manufakturartiger Vor- und Nachbearbeitung umgeben. „Automation ist der Schlüssel, um die Verfahren erfolgreich zu industrialisieren“, erklärt Gebhardt. Zudem gelte es, die Verfahren und das Materialspektrum weiterzuentwickeln“. Für HP wird Vertriebsleiter Emilio Juarez darlegen, wie die 3D Printing Jet Fusion Solutions und das wachsende Materialangebot neue Anwendungsmöglichkeiten eröffnen.

ARBURG-Teamleiterin Dr. Agnes Kloke zeigt auf dem heutigen Symposium Möglichkeiten auf, mit dem ARBURG Kunststoff-Freiformen Massenartikel zu individualisieren und Kleinserien in verschiedenen Material- und Farbkombinationen zu fertigen. Vorteile: Mit dem werkzeuglosen Verfahren lassen sich qualifizierte, oft zertifizierte Standardgranulate verarbeiten. Während im Großserienbereich Spritzguss das Mittel der Wahl bleibt, bietet AM die nötige Flexibilität für Kleinserien und Einzelteile. Wie Maschinen- und Anlagenbauer diese nutzen, erklärt Stratasys-Experte Frank Schäflein. Sein Vortrag behandelt komplexe Serienkomponenten und additiv gefertigte Betriebsmittel, die Fertigungsprozesse schneller, genauer und günstiger machen.

Aus der industriellen Praxis für die industrielle Praxis

Mit Vorträgen von Johannes Lohn, Innovation Manager der Protiq GmbH und Markus Felsch, der als Application Engineer bei 3D Systems tätig ist, schließt das Vortragsprogramm ab. Protiq ist als Spin-Off der Phoenix Contact-Gruppe unter anderem auf das selektive Laserschmelzen von Kupferlegierungen spezialisiert, bietet Kunden aus dem Maschinen- und Anlagenbau aber auch Unterstützung beim simulationsgestützten Design von AM-Bauteilen. Auf praktische Hilfe in der Serienfertigung mit Metallen hebt auch Felsch ab, der zudem über die Integration in die Industrie 4.0 als Voraussetzung dafür spricht, Additive Manufacturing als skalierbaren Prozess nutzbar zu machen. „Unser Symposium bietet Information und Aufklärung über Additive Verfahren - aus der Praxis für die Praxis“, erklärt Gebhardt. Kurzentschlossene sind herzlich eingeladen, im Pavillon P36 auf dem Messegelände vorbeizuschauen.

 

4. Additive Manufacturing Symposium: Maschinenbau als Anwender additiver Fertigung

Datum: 24.04.2018, 10:00 - 15:00 Uhr

Ort: Hannover Messe, Pavillon P36, Technology Academy