Additive Manufacturing für Druckgeräte

H.D.Volz / pixelio.de

Industriearbeitsgruppe zum Einsatz von additiv gefertigten Bauteilen im Gültigkeitsbereich der Druckgeräterichtlinie hat ihre Arbeit aufgenommen

Am 30. November 2016 traf sich die aus dem Arbeitskreis „Maschinenabnahme Additive Manufacturing“ gegründete Arbeitsgruppe „Additive Manufacturing für Druckgeräte“, mit Vertretern aus Industrie und notifizierten Prüfstellen in Frankfurt am Main. Ziel war die Erarbeitung eines gemeinsamen Konzepts für die Verwendung von additiv gefertigten Bauteilen in verfahrenstechnischen Anlagen.

Die Teilnehmer haben eine erste inhaltliche Gliederung der relevanten Aspekte zur additiven Fertigung von Bauteilen für den streng geregelten Bereich der Druckgeräte erarbeitet. Die Arbeitsgruppe hat sich darauf geeinigt, die Anforderungen zur Fertigung von Bauteilen in einem Normenentwurf zu dokumentieren. Konzeptionell wird sich der Normentwurf an den bereits vorhandenen harmonisierten Normen zur Druckbehälterfertigung (z. B. EN 13445) und den entsprechenden Normen aus dem Bereich der Schweißtechnik und GFK-Druckgeräte orientieren. Ziel ist es, Konstruktion, Material, Herstell- und Weiterverarbeitungsprozesse für die im Schichtbauverfahren hergestellten Bauteile für den Einsatz in Druckgeräten so zu spezifizieren, dass generativ gefertigte Bauteile den Qualitätsanforderungen mit ausreichender Sicherheit genügen und somit offiziell freigegeben werden können.

Die additive Fertigung bietet auch für den Bereich von Druckbehältern und Armaturen eine Vielzahl von Argumenten, z. B. strömungstechnisch optimierte Kanalgeometrien, oberflächennahe Bohrungen in Wärmetauschern oder individuelle Geometrien von Einzelstücken. Das Rapid Prototyping ist ebenfalls eine Möglichkeit, mit dem neuen Fertigungsverfahren Entwicklungskosten zu reduzieren. Um die Vorteile jedoch im industriellen Einsatz nutzen zu können, ist eine offizielle Freigabe notwendig. Im Arbeitskreis sind die zuständigen Stellen ebenso vertreten wie potenzielle Nutzer und Fertiger von Bauteilen im Schichtbauverfahren. Die fast zwanzig Teilnehmer des Auftakttreffens zeigten, dass das Interesse der Industrie und die Erwartungen an das Thema groß sind.

Das nächste Treffen des Arbeitskreises findet am 21. Februar 2017 in Frankfurt Main statt.

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