Interview mit Heinz Gaub, Vorstandsmitglied der AG Additive Manufacturing

VDMA

„Es geht hier nicht um Spielzeug...“

Interview mit Heinz Gaub, Geschäftsführer Technik ARBURG GmbH + Co KG und Vorstandsmitglied der AG Additive Manufacturing im VDMA.

Wann und wie sind Sie erstmals auf Additive Manufacturing gestoßen?
Gaub: Bei mir persönlich war es Ende der 1980er Jahre in den USA. Am Rande meines Studiums habe ich erste Prototypen von einer Stereolithographie-Anlage gesehen, in denen fotosensitive Flüssigkeiten per Laser schichtweise zum Bauteil aufgebaut und danach in einem UV-Ofen komplett ausgehärtet wurden. Im weiteren Berufsleben gab es immer wieder Berührungspunkte mit Rapid Prototyping. Hier bei ARBURG stand am Anfang der Entwicklung unseres Freeformers die Frage, wie sich Kunststoffteile ohne Form herstellen lassen - unter Verwendung marktüblicher Granulate.

Wo liegen Ihre Schwerpunkte im Additive Manufacturing?
Gaub: Im Kunststoffbereich, wo unser Freeformer technische Funktionsteile aus feinsten Tröpfchen aufbaut - jedes Tröpfchen ein volumetrisches Pixel. Die Betonung liegt auf den „technischen Funktionsteilen“. Es geht nicht um Spielzeuge, sondern um industrielle Fertigung von Funktionsteilen für technische Anwendungen. Wir grenzen uns deutlich von 3D-Druck-Geräten ab. Wir bauen Produktionsmaschinen.

Mit welchen Zielen und Interessen haben Sie sich der Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing angeschlossen?
Gaub: Wenn ein Verband wie der VDMA das Thema besetzt und zum Austausch von Anlagenbauern, Anwendern und Forschern einlädt, sehen wir als Maschinenbauer fast eine Pflicht, mitzuwirken. Wir wollen unseren Beitrag leisten, um das Thema Additive Manufacturing technologisch richtig zu positionieren. Es geht mir um Austausch und Vernetzung, um die Industrialisierung der Verfahren anzugehen. Für ARBURG beginnt gerade die spannende Phase des Übergangs von der Technologieentwicklung hin zur Markteinführung.

Was wollen Sie als Vorstand der AG erreichen?
Gaub:
Für mich ist es ein zentrales Ziel, dass Additive Manufacturing als industrielles Fertigungsthema wahrgenommen wird. Es geht nicht um 3D-Drucker für Hobbykeller.

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