Arbeitsbericht sieht Deutschlands Stärke bei additiver Fertigung im Metallbereich

Bundestag_Katrin Neuhauser

Ein im August 2017 veröffentlichter Arbeitsbericht des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) wirft einen Blick hinter die Kulissen der additiven Fertigung.

Den Auftrag hatte das Büro bereits 2015 vom Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestages erhalten. Ziel des Berichts war, eine realistische Einschätzung des Potenzials additiver Fertigungsverfahren zu liefern. Die VDMA Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing (AG AM) hat sich im Rahmen eines projektinternen Expertenworkshops beteiligt.

Der Bericht behandelt technologische, ökonomische und ökologische Fragestellungen und beleuchtet die Technologien und Verfahren hinsichtlich möglicher gesundheitlicher Auswirkungen sowie Risiken für die innere und äußere Sicherheit. Darüber hinaus werden auch die rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen wie Schutz des geistigen Eigentums und Haftungsfragen thematisiert. Angesichts der potenziell enormen Bedeutung der additiven Fertigung für die internationale Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft des produzierenden Gewerbes in Deutschland liegt ein besonderer Fokus des TAB-Berichts auf den absehbaren Entwicklungen bei der industriellen Anwendung der additiven Fertigung.

Die Verfasser kommen u.a. zu dem Ergebnis, dass Deutschlands Stärke im internationalen Vergleich bei der Entwicklung bzw. Herstellung von Verfahren, Materialien und Anlagen für die additive Fertigung, insbesondere im Metallbereich liegt. In deutlicher Diskrepanz dazu lässt sich eine augenfällige Schwäche auf der Anwenderseite konstatieren, vor allem im Vergleich mit den USA. Dadurch könnten aufkommende, unter Umständen disruptive Anwendungspotenziale der additiven Fertigung hierzulande zu spät erkannt und erschlossen werden. Die Verbreiterung der industriellen Anwenderbasis in Deutschland ist daher eine zentrale Herausforderung der kommenden Jahre.

Bericht: TAB Additive Fertigungsverfahren (3D Druck) - Innovationsanalyse

TAB-Fokus Nr. 15: Additive Fertigungsverfahren

Ähnliche Artikel