Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing im VDMA ist ideeller Träger der formnext 2017

VDMA

Vertiefte Zusammenarbeit mit internationaler Leitmesse für Additive Manufacturing - Arbeitsgemeinschaft zeigt industrielle Anwendungen in User Case Area und bereichert Vortragsprogramm der Messe vom 14.-17. November 2017 in Frankfurt

„Wir kommen beide aus Frankfurt, sind in den letzten Jahren nahezu im Gleichschritt gewachsen, und viele Mitgliedsunternehmen unserer Arbeitsgemeinschaft sind formnext-Aussteller der ersten Stunde. Es lag daher nahe, unsere guten Beziehungen zu vertiefen“, sagte Dr. Markus Heering, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing im VDMA, heute auf der Vorschau-Pressekonferenz der formnext 2017 in Frankfurt.

Die Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing im VDMA hat die ideelle Trägerschaft der internationalen Leitmesse für additive Produktionstechnologien übernommen. Künftig wird sie über ihre mittlerweile mehr als 120 Mitglieder vertieftes anwendungsnahes Knowhow in die Messe und das begleitende Konferenzprogramm einbringen. Schon auf der diesjährigen formnext vom 14. bis 17. November 2017 auf dem Messegelände Frankfurt werden mehrere Mitgliedsunternehmen die User Case Area gestalten und dort industrielle Anwendungen mit additiv gefertigten Komponenten und Systemen präsentieren.

Additive Manufacturing bereichert den Maschinen- und Anlagenbau

Heering bezeichnete additive Verfahren als „enorme Bereicherung für den Maschinen- und Anlagenbau“. Es gebe bereits eine Vielfalt an Anwendungen: Gedruckte Leichtbaulösungen als Hebel für schnellere, präzisere und energieeffizientere Prozesse. Konturnahes Kühlen von additiv gefertigten Gussformen, um über definierten Abkühlphasen die Bauteileigenschaften der gegossenen Bauteile zu optimieren. Oder der gezielte Einsatz von Schichtbauverfahren, um Spindeltriebe, Bohrer, Kabelführungen, Greifer, Einspritzdüsen oder Bauteile für Gebläse und Turbinen zu verbessern.

„Sondermaschinenbauer können in kleiner Stückzahl komplexe Bauteile anfertigen. Modulare Maschinen lassen sich an individuelle Kundenanforderungen anpassen, bionisches Design umsetzen und zusätzliche Funktionen in Bauteile integrieren“, erklärte er.

„Als wir Mitte 2014 die Arbeitsgemeinschaft starteten, war additive Serienfertigung noch eine Vision. Heute berichten Fertigungsdienstleister aus unseren Reihen, dass die Stückzahlen bei ihnen in den fünfstelligen Bereich vorstoßen“, sagte Heering. Additive Manufacturing setze sich auch im Maschinen- und Anlagenbau erstaunlich schnell durch – und eröffne neue Märkte und Geschäftsfelder für etablierte Maschinenbauunternehmen.

Vom Eigenbedarf zum neuen Geschäftsmodell

Es gibt in der Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing mehrere Unternehmen, die sich zunächst nur für ihren Eigenbedarf mit Additive Manufacturing beschäftigt haben – und das dabei aufgebaute Knowhow inzwischen erfolgreich an externe Kunden vermarkten. Sei es als Fertigungsdienstleister, oder indem sie ihre Erfahrung als Maschinenbauer nutzen, um eigene Verfahren und Anlagen für den industriellen 3D-Druck zu entwickeln. Daneben sind etablierte Maschinenbauer laut Heering auch zunehmend im Zulieferbereich aktiv.

In der 2014 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing im VDMA arbeiten mehr als 120 Unternehmen und Forschungsinstitute aus sechs Ländern gemeinsam an der Industrialisierung additiver Fertigungsverfahren. Das Spektrum reicht vom spezialisierten Kleinbetrieb bis zum Weltkonzern. Akteure aus allen Bereichen der additiven Prozesskette sind vertreten: Hersteller von Anlagen zur Verarbeitung von Metallen und Kunststoffen, Zulieferer, Materialhersteller, Konstruktions- und Fertigungsdienstleister, Software- und Automatisierungsspezialisten, Anbieter von Industriegasen und Oberflächentechnik sowie eine rasch wachsende Zahl industrieller Anwender. „Wir bringen die richtigen Akteure zusammen, damit sie einander die richtigen Fragen stellen – und auf dieser Basis Lösungen erarbeiten“, erläuterte  Heering.

Notwendigkeit von Standards und Normen

Ein Arbeitsschwerpunkt der Arbeitsgemeinschaft liegt auf der Standardisierung. „Maschinen- und Anlagenbauer brauchen Rechtssicherheit und Normen, damit sie sich die Vorteile des Additive Manufacturing ohne Bedenken zunutze machen können“, sagte Heering. In einigen Bereichen, etwa bei Druckgeräten für chemische Anlagen und Apparate, seien die Arbeiten an verbindlichen Normen im vollen Gange. „Wir brauchen aber auch auf anderen Gebieten - etwa in Aus- und Weiterbildung und im Hochschulbereich - einheitliche Standards“, erklärte er. Additive Manufacturing sei nicht nur ein neues Fertigungsverfahren, sondern es setze ein völliges Umdenken bei Konstrukteuren voraus.

„Vor uns liegt noch jede Menge Arbeit. Aber wir sind entschlossen, Additive Manufacturing zur industriellen Reife zu bringen“, sagte Heering. Die richtigen Akteure dafür brächten beide Partner – die Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing und die formnext – jeweils auf ihre Art und Weise zusammen.
 

Termine:

User Case Area: 14.-17. November in Halle 3.0 G73

am4u - Vortrags-Slot der AG AM: 14. November von 15:15 bis 17:00 Uhr in
                                                    Halle 3.0 G50/51