AM4You: Bühne frei für die Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing im VDMA

SMS group

AM4You-Area der formnext 2017 bringt Talente mit Fach- und Führungskräften zusammen. Vortragsprogramm vermittelt Knowhow. - VDMA-Arbeitsgemeinschaft gestaltet Vorträge rund um den Einsatz additiver Verfahren in Schmieden, Gießereien und im Automobilbau.

„Unser Vortragsprogramm auf der AM4You-Bühne wird zeigen, wie Maschinen- und Automobilbauer konventionelle Fertigungsprozesse mithilfe von Additive Manufacturing optimieren“, berichtet Rainer Gebhardt, Projektleiter der Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing im VDMA. Experten aus dem Kreis der über 120 Mitglieder starken Arbeitsgemeinschaft werden dafür in der AM4You-Area (Halle 3.0-H50/51) der formnext ein halbes Dutzend Kurzvorträge über den Einsatz additiv gefertigter Komponenten in Gießerei- und Schmiedeprozessen sowie im Automobilbau halten. Das Vortragsprogramm beginnt am ersten Messetag, dem 14. November um 15.15 Uhr.

AM optimiert Schmiede- und Gießereiprozesse

Die SMS group beleuchtet in einem der Vorträge die Vorteile additiv gefertigter Sprühköpfe in Gesenkschmiedepressen. Diese nutzt unter anderem die Automobilindustrie in Schmiede- und Warmumformprozessen. In solchen Pressen werden bis zu 1300 °C heiße Werkstücke zwischen einem Ober- und einem Untergesenk in Form gepresst. Für die Prozessqualität ist es wichtig, diese Gesenke nach jedem Takt von anhaftendem Zunder zu befreien, dabei für ausreichende Abkühlung der Oberflächen und deren Schmierung zu sorgen. Dabei kommt es darauf an, dass die eingesetzten Sprühköpfe schnell, sorgfältig und ressourceneffizient das nötige Maß an Reinigung, Schmierung und Kühlung erreichen. Die SMS group optimiert den Sprühprozess mit hochkomplexen Leichtbau-Sprühköpfen, die extrem feine, homogene Aerosole erzeugen. Da sich deren Düsen einzeln, zonenweise sowie auch zeitlich versetzt schalten lassen, erreichen sie auch in komplexen Gesenkformen jeden Winkel.

Dr. Waldemar Sokolowski, Produktmanager der Oskar Frech GmbH + Co. KG in Schorndorf, zeigt das Potential von Additive Manufacturing zur Optimierung von Gießereiprozessen auf. Die konturnahe Temperierung (KnT) für Druckgießformeinsätze verbessert die Qualität der gegossenen Produkte und wirkt sich zugleich positiv auf Zykluszeiten und die Lebensdauer der eingesetzten Komponenten aus. Herstellbar sind die konturnahen Kanäle zur gezielten Kühlung und Temperierung allein mit additiven Verfahren.

Automobilbauer zeigen Potential des bionischen Leichtbaus

Ob als Schwenklager in Fahrwerken oder als Knoten in leichten Aluminium-Spaceframes für Elektrofahrzeuge – mit bionisch designten und im additiven Laserschmelzprozess gefertigten Komponenten wollen Zulieferer wie die Hirschvogel Automotive Group aus Denklingen und der Fuldaer Entwicklungsdienstleister EDAG Engineering GmbH dazu beitragen, dass Autos in Zukunft ohne Sicherheitseinbußen um bis zu 20 % leichter und damit energieeffizienter werden. Doch auch für die Fertigung von Automobilkomponenten verspricht das bionische Design Vorteile: So reduziert die Hirschvogel Tech Solutions mit diesem Ansatz das Gewicht von hoch belasteten Greifern um 40 Prozent, ohne Einbußen ihrer Steifigkeit. Im Einsatz sind die additiv gefertigten Greifer den geforderten Betriebslasten problemlos gewachsen. Auch im Werkzeugbau setzt das Unternehmen auf AM, etwa um innen verlaufende Kühlkanäle in Werkzeuge einzubringen.

 

EDAG hat jüngst ein additiv gefertigtes Leichtbau-Greifsystem vorgestellt, dass ohne pneumatische oder elektrische Antriebe und ohne Sensorik auskommt. Dieser Ansatz reduziert das Gewicht gegenüber heute üblicher Greiftechnik um bis zu 75 Prozent – und könnte in Fabriken zur platzsparenden, ressourceneffizienten Produktion beitragen.

AM ist in der industriellen Fertigung angekommen

Während die Vorträge von der SMS group, Oskar Frech, Hirschvogel und EDAG auf den Einsatz additiver Komponenten in Fertigungsprozessen zielen, befasst sich Dr. Olaf Böhme von der Münchener POLIGRAT GmbH in einem weiteren Vortrag mit den Besonderheiten der Oberflächenbearbeitung von AM-Bauteilen. Die ist angesichts des meist schichtweisen Aufbaus aus verschmolzenen Metall- oder Kunststoffpulvern keineswegs trivial – aber eine zwingende Voraussetzung für den breiten industriellen Einsatz additiv gefertigter Bauteile.

„Wir zeigen in unserem Vortragsprogramm, dass Additive Manufacturing in der industriellen Fertigung angekommen ist“, erklärt Gebhardt. Die Technologie schaffe in unterschiedlichen Bereichen des Maschinenbaus bereits deutliche Mehrwerte. „Additive Manufacturing erweist sich als innovative Ergänzung, mit der Maschinenbauunternehmen traditionelle Verfahren im Sinne ihrer Kunden weiter optimieren können“, sagt er.

 

Termin: 14. November 2017, ab 15.15 Uhr

Ort: AM4You-Area der formnext in Halle 3.0-H50

 

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