formnext 2018: VDMA-Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing demonstriert additive Prozesskette

VDMA

• User Case Area zeigt mithilfe von Augmented Reality und additiv gefertigten Exponaten Mehrwerte des industriellen 3D-Drucks auf • Hoher Besucherandrang und zahlreiche Fachgespräche auch am Gemeinschaftsstand der Arbeitsgemeinschaft

Frankfurt, 23. November 2018 – „Wir blicken gemeinsam mit dem Team der Mesago Messe Frankfurt GmbH auf eine äußerst erfolgreiche formnext 2018 zurück“, erklärt Dr. Markus Heering, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing (AG AM) im VDMA. Nicht nur als ideeller Träger freue sich die AG AM über den Besucher- und Ausstellerrekord der internationalen Leitmesse für additive Produktionstechnologien – sondern auch die eigenen Messestände seien an allen vier Messetagen vom 13. bis 16. November 2018 auf sehr gute Resonanz gestoßen.

Insgesamt hatten 26.919 Fach- und Führungskräfte die Messe in Frankfurt am Main besucht. Das entspricht einer Steigerung um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Als sehr erfreulich wertet Heering zudem, dass mit 49 Prozent fast die Hälfte aller Besucher aus dem Ausland kam. Auch die Internationalität der 632 Aussteller, die aus 32 Nationen nach Frankfurt gekommen waren, sei ein gutes Signal für die erst zum vierten Mal ausgetragene Messe. „Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Formnext vom 19. bis 22. November 2019 und begrüßen den Schritt in die neuen, deutlich größeren Messehallen 11 und 12“, erklärt er.

User Case Area demonstriert Mehrwerte additiver Verfahren

Mit zwei eigenen Ausstellungsbereichen sowie mit dem Vortragsprogramm der AM4U Area hat die VDMA-Arbeitsgemeinschaft letzte Woche auf der formnext das Potential additiver Verfahren für industrielle Anwender demonstriert. Zehn der mittlerweile 143 Mitgliedsunternehmen nutzen die Gelegenheit, AM-Anlagen und additiv gefertigte Exponate aus ihrer industriellen Praxis in bester Lage auf dem Gemeinschaftsstand der AG AM in Halle 3.0 zu präsentieren.

Daneben demonstrierte die AG AM gemeinsam mit ihren Mitgliederfirmen, wie additives Design industrielle Prozessketten verändern kann. Dafür konnten die Besucher der User Case Area anhand von Augmented Reality Einblendungen Schritt für Schritt verfolgen, wie ein mit herkömmlichen subtraktiven Verfahren gefertigtes Flugzeugbauteil für die additive Fertigung optimiert werden kann. Mit Software der Mitgliedsfirma Altair durchlief die Komponente zunächst Lastanalysen, wurde in ein gewichts- und bauraumoptimiertes Design überführt und dann mit Stützstrukturen für den selektiven Laserschmelzprozess versehen.

Die Nachbearbeitung der bionischen Bauteile konnten die Besucher der User Case Area ebenfalls per Augmented Reality verfolgen – und die von MBFZ Toolcraft gefertigten AM-Bauteile dabei in die Hand nehmen. Alternativ zum selektiven Laserschmelzprozess zeigte das AG-Mitglied ExOne gemeinsam mit Partner Grunewald, dass solche strukturell optimierten Komponenten mithilfe additiver Verfahren auch im Gussverfahren herstellbar sind: Denn mit additiv gefertigten Sandformen sind die hoch komplexen bionischen Formen ebenfalls abbildbar.

Weltmeisterliche Formgebung

Ein weltmeisterliches Exponat steuerte das AG-Mitglied Additive Industries bei: für Patrick Lange, den zweimaligen IRONMAN World Champion im Triathlon, hatte des Unternehmen gemeinsam mit Spezialisten des SAUBER Formel-1 Teams individuell angepasste Armstützen gefertigt. Auf den aerodynamisch optimierten, gewichtsreduzierten Stützen aus Titan konnte sich Langer während der 180,2 km langen Radstrecke in eine ergonomisch optimale Position bringen – und so einen beeindruckenden neuen Weltrekord einfahren.

Große Publikumsresonanz an allen Messtagen erfuhr außerdem ein neuartiges Felgendesign für Sportwagen, das AG-Mitglied GE Additiv gemeinsam mit HRE Wheels präsentierte. Der federleichte Prototyp vereint ein Carbon-Felgenbett mit einer additiv gefertigten Speichen- und Nabenstruktur aus Titan. Noch wird die auf ein Minimum an Material reduzierte, aufwändig ineinander verschränkte Titanstruktur aus mehreren Teilen zusammen geschraubt. Künftig wollen die Partner sie aus einem Stück fertigen.

Exponate zeigen Anwendungsvielfalt

„Gemeinsam mit unseren Mitgliedern konnten wir die ganze Bandbreite an additiven Verfahren für Metalle, Kunststoffe und Keramiken vorstellen – und unseren Besuchern daran anschaulich erklären, welche Mehrwerte industrielle Anwender durch Additive Manufacturing realisieren können“, berichtet Rainer Gebhardt, AG AM Projektleiter im VDMA. Sei es Laserauftragsschweißen mit fließendem Übergang von magnetischen zu nicht magnetischen Metallen, wie es DMG MORI präsentierte. Oder der additive Aufbau eines filigranen Impellers auf einer massiven, geschmiedeten Stahlstruktur von Rosswag. Seien es Zahnkronen oder Knochenimplantate von der Coherent-Tochter OR-Laser sowie von Trumpf; oder additiv gefertigte, aufwändig nachbearbeitete und korrosionsbeständig beschichtete Hochdruckreaktoren von Thaletec.

Viele Besucher bestaunten auch komplexe Keramikbauteile der Steinbach AG, strukturell optimierte Leichtbaugreifer von Protiq und dem Vakuumspezialisten Piab, topologisch optimierte Achsschenkel von Kegelmann Technik und von der Hirschvogel Tech Solutions, die zudem Kettenspanner, Bremspedalhalter und eine beeindruckende Auswahl an hochkomplexen Spray-und Schleifdüsen zur User Case Area beisteuerte. Siemens Materials Solutions zeigte, wie sich nicht mehr lieferbare Oldtimer-Ersatzteile additiv nachbauen lassen. Die Fraunhofer Institute IGCV, ILT und IPV zeigten das Potential von Multimaterial-Prozessen und neuen Verfahren der Oberflächenbehandlung additiv gefertigter Bauteile aus verschiedenen Metallen. Dagegen gab die Jenaer Ernst-Abbe-Hochschule Einblicke in die additive Fertigung von optischen Komponenten für medizinische Geräte, die dort per Stereolithographie aus dem ABS-ähnlichen Kunststoff EP-RR60CL realisiert werden. Standbesucher konnten diese direkt mit Bauteilen vergleichen, die Arburg im ARBURG Plastic Freeforming (APF) gefertigt hat.

Hohe Besucherresonanz und viele gute Gespräche

„Unsere Arbeitsgemeinschaft vereint Akteure aus allen Bereichen der additiven Prozess- und Wertschöpfungskette. Diese Vielfalt konnten wir in der User Case Area eindrucksvoll unter Beweis stellen“, erklärt Gebhardt. An allen Messetagen sei das Ausstellungskonzept auf hervorragende Besucherresonanz gestoßen. Die Exponate hätten Besucher aus aller Welt zu Fragen angeregt, aus denen sich zahlreiche vertiefende Fachgespräche entwickelt hätten, berichtet auch Geschäftsführer Heering: „Für die Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing im VDMA war die formnext 2018 ein voller Erfolg“.

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